Unternehmerhelden Award: YAEL ELYA Institut

Die BewerberInnen für den Unternehmerhelden Award stellen sich im Interview vor. Bühne frei für Karin Roth vom YAEL ELYA Institut.

Hallo, bitte stell dich und dein Unternehmen kurz vor.

Fokus meines Instituts liegt auf der Etablierung von Alternativen zur Psychiatrie, v.a. für Menschen, denen gesagt wurde, sie seien “austherapiert” oder “chronisch krank”.

Ich arbeite biographisch, einerseits auf der Grundlage des Sozialen Konstruktionismus und der Systemtheorie, andererseits auf der Grundlage der Erkenntnisse der Alten und Neuen Antipsychiatriebewegung.

Letztere ist die emanzipatorische Betroffenenbewegung, i.d. BRD v.a. um P. Lehmann, K. Kempker, I. Hölling, M.Seibt, BPE e.V.

Welche Produkte / Services bietest du konkret an?

Ich biete vor allem aufsuchende Einzelfallhilfe und Krisenbegleitung im Sinne von Empowerment, mit dem Ziel der Entpathologisierung und Emanzipation. Ich arbeite im Rahmen von Eingliederungshilfe, meine Hilfe wird finanziert in Form von Persönlichem Budget.

Außerdem habe ich Peer Support gegründet, d.h. ich stelle auch PsychiatrieBetroffene als Helfende ein, als Vorbilder, die die “Psychiatriekarriere” aber auch die “Selbstkonzeptionierung in Form von Krankheitsbegriffen” aufgegeben haben.

Warum hast du dich entschieden, dich selbstständig zu machen?

Weil in Deutschland viele psychiatrieerfahrene Menschen in ambulanten Diensten und Heimen chronifizierend behandelt werden. Ich finde es wichtig, darüber aufzuklären, daß Alternativen zum “individuumzentrierten Denken in Krankheitsbegriffen” vorhanden sind und auch praktizierbar.

Die Art, wie wir über etwas denken, ist nicht unabhängig von unseren Verstehenstraditionen zu sehen. Dies gilt für jedes Phänomen, dies gilt auch für unser Denken über die Ätiologie sog. psychiatrischer Symptome.

Was war deine größte Herausforderung dabei? Und wie bist du damit umgegangen?

Bestimmte Personen wie z.B. Kostenträger, Hilfeplaner aber auch Gesetzliche Betreuerinnen von meinem Denken über die Möglichkeiten von Entchronifizierung psychiatrisch diagnostizierter Menschen zu überzeugen. I

ch habe darauf insistiert, mein Konzept vorzustellen und bekam meistens dann auch Gesprächstermine. Es fiel mir anfangs schwer, diplomatisch zu sein, wenn ich mit Sichtweisen konfrontiert wurde, die sich stark von meinen eigenen unterschieden. Dies habe ich mittlerweile gelernt :).

Wo siehst du dich und dein Unternehmen in fünf Jahren?

In 5 Jahren möchte ich einen Dokumentarfilm mit Beispielen erfolgreicher Entchronifizierung vorstellen.

Außerdem habe ich dann hoffentlich Peer Support weiter ausgebaut, so daß Psychiatrie-Betroffenen im ambulanten Bereich Wahlmöglichkeiten nicht nur theoretisch geboten werden können (in Form der vielen Bücher, die es im Peter Lehmann Antipsychiatrieverlag seit Mitte der 80er Jahre zu kaufen gibt), sondern auch praktische Wahlmöglichkeiten – denn diese fehlen bislang noch in jedem Bundesland.


Stimme jetzt für deinen Unternehmerhelden 2017 ab – in unserem öffentlichen Publikums-Voting auf der Website zum Unternehmerhelden Award!

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