Interview mit Julia Lazaro | IHK Berlin

Julia Lazaro berät als Startup-Koordinatorin der IHK Berlin Gründer in allen Fragen zum Thema Finanzen und Finanzmanagement. Daneben engagiert sie sich als Jury-Mitglied für Projekte wie den Unternehmerhelden Award 2017.

Im Interview erzählt sie, welche Finanzthemen für Gründer besonders schmerzhaft sind, wie eine Beratung bei der IHK abläuft – und wie du sie als Bewerber von dir überzeugst!

Hallo Julia, bitte stell dich und deine Aufgabe als Startup-Koordinatorin Finance bei der IHK Berlin kurz vor.

Bei der IHK Berlin sind wir Erstansprechpartner für alle gewerblichen Unternehmen in Berlin.

Mein Fokus liegt auf der Finanzierungsberatung für Gründer und Start-ups. Die Bandbreite der Themen, bei denen meine Kollegen und ich weiterhelfen ist aber groß. So bieten wir Orientierung beim gesamten Gründungsprozess an, helfen weiter bei steuerlichen und rechtlichen Fragen oder beim Thema Internationalisierung.

Außerdem organisieren wir regelmäßig Workshops und Veranstaltungen für Gründer, wie zuletzt zum Thema „Investoren finden“. Informieren kann man sich darüber auf unserem Start-up-Blog IHK 4 Startups.

Wie kann man sich den Ablauf einer Finanzberatung bei der IHK Berlin bzw. bei dir vorstellen? Wie gehst du dabei vor?

Als Start-up-Koordinatorin Finance gebe ich Gründern einen Einblick in mögliche Finanzierungsinstrumente, von Fördermitteln über klassische Bankkredite hin zu Crowdfunding und Beteiligungskapital. Gemeinsam mit den Gründern schaue ich mir an, welches Instrument zu welchem Zeitpunkt am besten passen könnte.

Dafür muss ich zunächst die Geschäftsidee verstehen und den aktuellen Entwicklungsstand kennen. Dabei kann ich oft schon erstes Feedback zum Gesamtkonzept geben.

Je nach Vorwissen besprechen wir dann die möglichen Finanzierungsoptionen. Manche Gründer nutzen meine Beratung auch, um Grundlegendes zu klären, wie zum Beispiel die Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital.

Außerdem gebe ich Feedback zu Pitch-Decks, Crowdfunding-Kampagnen und Businessplänen und bin unter anderem Jurorin beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und in verschiedenen Fachausschüssen von Berliner Förderprogrammen vertreten.

Wo liegen deiner Erfahrung nach die größten Herausforderungen für Gründer beim Thema Finanzen?

Wenn man auf externes Kapital angewiesen ist, muss man rechtzeitig planen, denn Geld von Kapitalgebern einzuwerben, braucht Zeit und macht viel Arbeit. Dazu gehört eine sorgfältige Finanzplanung und eine realistische Einschätzung, welches Finanzierungsmittel überhaupt passend ist. All das ist ein Aufwand, den Gründer manchmal unterschätzen.

Der Unternehmerhelden Award wird 2017 zum ersten Mal veranstaltet. Was gefällt dir an diesem Konzept?

Der Unternehmerhelden Award stellt Gründer in den Fokus, die von Presse und Medien oft vernachlässigt werden, weil ihre Geschäftsideen vielleicht nicht so spektakulär sind wie die von High-Tech-Start-ups.

Jedoch gehört gerade zum Sologründen eine große Portion Mut und Selbstdisziplin. Deutschland profitiert von mehr Unternehmergeist und Solo-Selbständige leisten dazu einen großen Beitrag.

Wie kann dich ein Bewerber von seinen Siegerqualitäten überzeugen?

Da ich immer die Finanzierungsbrille aufhabe, achte ich natürlich sehr auf die Stimmigkeit des Geschäftskonzeptes. Ein gutes Produkt oder Dienstleistung, für die es eine deutliche Nachfrage gibt, und unternehmerische Fähigkeiten, um diese gut zu vermarkten, sind für mich essentiell.

Dabei spielt aber auch immer die Gründerpersönlichkeit mit rein, denn gerade bei einem Solo-Entrepreneur muss ich ihm oder ihr die Umsetzung ja auch zutrauen.

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Bildquelle: IHK Berlin

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