Interview mit Christian Dettler | KOCMOC

Ein Verlag der etwas anderen Art: Mit viel Herzblut und innovativen Ideen führt Christian Dettler seinen interkulturellen Verlag KOCMOC. Wenn Du ihn zum Unternehmerhelden 2019 küren willst, dann schau ab 1. Oktober 2019 auf debitoor.de/unternehmerhelden-award vorbei!

Bitte stelle Dich und Dein Unternehmen kurz vor.

Wir sind ein Digital- und Print Verlag, der Ende 2018 gegründet wurde. Wir wollen das Verlagswesen verändern, weil wir glauben, dass veraltete Strukturen zwischen Verlagen und Künstlern bestehen, die die Kreativität bremsen. Wie man an unserem kyrillisch geschriebenen Namen KOCMOC erkennen kann, wollen wir in Zukunft unser Augenmerk auch auf den osteuropäischen Raum legen. Dort gibt es eine Vielzahl von tollen Künstlern, die Zugang zu einem neuen Publikum suchen, sei es mit Bildbänden, Ausstellungen oder Künstlerkatalogen. Mit unseren Digitalprodukten können wir Künstlern mit einem großen Talent und geringem Budget die Möglichkeit bieten alle Strukturen eines Verlages, wie Konzept, Layout, Lektorat, Übersetzungen, Produktion und Vertrieb zu nutzen. Damit schaffen wir eine kulturelle Brücke. Hier in Berlin, beispielsweise, arbeiten wir mit der Plattform Berlinograd eng zusammen. Auf dieser werden russischsprachige Kreative aus Berlin vorgestellt und miteinander vernetzt. Wir arbeiten auch mit deutschen Künstlern zusammen und ein Traum wäre es natürlich diese Kreativen unter unserem Dach zusammenzubringen. KOCMOC ist ein interkultureller Verlag, wenn man so will. Was uns aber ebenso wichtig ist, ist das Thema Nachhaltigkeit. Wir arbeiten nur mit Druckereien zusammen, die nachweislich ökologisch produzieren. Wir sind uns dessen bewusst, wie wichtig es ist, auch auf saubere Produktionswege während des gesamten Herstellungsprozesses zu achten. Unsere Produkte werden zum Beispiel, wie es oft bei Büchern üblich ist, nicht in Folie eingeschweißt, sondern in 100% recyceltes Seidenpapier eingeschlagen.

Was schätzen Deine Kunden am meisten an Dir?

Ich glaube, dass wir sehr authentisch arbeiten. Im B2C Geschäft denke ich, dass die Kunden unsere hohe Qualität, sowohl inhaltlich als auch in der Ressourcenauswahl, schätzen und die Story der Marke Kocmoc mögen. Im B2B Geschäft, mit unseren Künstlern, können wir von uns sagen, dass wir von Anfang bis Ende komplett offen arbeiten und kommunizieren. Wir sind der Meinung, wenn ein Verlag zu sehr entscheiden will wie ein Produkt sein soll und /oder muss, weil es marketingtechnisch besser passt oder ähnliches, dann wird das den Künstlern oft nicht gerecht. Und das merkt ein Kunde/ Künstler. Ein Verlag sollte begleiten und korrigieren. Aber nie der Star sein, das sind die Künstler. Und ich glaube das merkt und schätzt man bei uns.

Warum hast Du Dich entschieden, Dich selbstständig zu machen? 

Ich ganz persönlich, weil ich diese hässlichen und öden digitalen Versuche von Vereinsmagazinen nicht mehr sehen konnte. Und wir dann gesagt haben: “Das muss doch auch in modern und interaktiv gehen”. Daraus ist dann die Idee des Verlages entstanden. Wir haben dann recht schnell erkannt, dass in der Verlagswelt sich vieles, nun ja, die Verlagswelt hat es sich in den Sesseln der Vergangenheit bequem gemacht. Und die vielen guten Independent Verlage, sehen sich selbst zu oft gegenseitig nur als Konkurrenz und blockieren sich damit. Deswegen haben wir zum Beispiel auch #supportyourindiependentplayer vor ein paar Wochen erschaffen. Damit möchten wir alle unabhängigen Verlage animieren, sich gegenseitig durch Büchertausch zu supporten. Wir sind nämlich Verbündete und keine Gegner. Ich habe mich also selbstständig gemacht, weil ich verändern und verbinden will.

Was ist für Dich die größte Herausforderung im unternehmerischen Alltag

Die Balance aus Arbeit und Freizeit. Das ist das Wichtigste. Man scheitert sonst, egal wie gut das Produkt oder die Firma ist. Die ersten Monate haben wir rund um die Uhr gearbeitet, und das war ein Fehler. Arbeit ist wichtig und gerade am Anfang muss man Gas geben. Aber wer nur Gas gibt, dem geht der Sprit schneller aus. Wir versuchen in der Zeit im Büro alles zu geben, aber danach auch mal zu vergessen. Mir persönlich fällt das sehr schwer, aber ich bemühe mich mittlerweile sehr diese Balance zu finden. Wichtig finde ich auch, mit engen Freunden über Belastung zu reden.

Wo siehst Du Dich und Dein Unternehmen in fünf Jahren?

In 5 Jahren wollen wir der wichtigste Verlag für neue osteuropäische Künstler in Deutschland sein, und dazu beitragen, dass eine Kommunikation zwischen Kulturen stattfindet. Und für deutsche Künstler sind wir eine Anlaufstelle für außergewöhnliche Projekte, die anspruchsvolle Konzepte verlangen. Im Bereich Magazine würde ich mich freuen, wenn wir es schaffen das DBR-Magazin (Das Braune Rechteck) zu etablieren. Vielleicht dann schon zusammen mit öffentlichen Institutionen. Ein kulturpolitischer Bildungsauftrag, wenn man so will.

Gib uns drei Tipps für andere, die sich selbstständig machen möchten!

  1. Vergiss nie die Freizeit, sie hilft Dir eine tolle Firma zu haben.
  2. Mach es nicht nur des Geldes wegen.
  3. Sei mutig.

Warum möchtest Du den Unternehmerhelden Award 2019 unbedingt gewinnen? 

Ich hab noch nie einen Award gewonnen, daher wäre es schön mal zu fühlen wie es ist. Und ich könnte mit dem Geld ein Projekt finanzieren, das ich schon länger realisieren möchte.

Werde auch Du Unternehmerheld und bewirb Dich!

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